Die Papierauswahl beim Drucken von Fotos

Die meisten Tintenstrahldrucker können heutzutage Grafiken in Fotoqualität ausgeben - jedoch hängt die Druckqualität sehr stark vom verwendeten (Foto-)Papier ab.

Beim Druck auf Normalpapier können nur selten ansprechende Ausdrucke von Fotos erzielt werden, da die Tinte komplett ins Papier einzieht und leicht verfließt (sog. „Ausbluten“). Hierbei wird weder ein besonders scharfer noch ein farblich brillanter Ausdruck erreicht.

Für wirklich fotorealistische Ausdrucke benötigt man deshalb spezielles Tintenstrahl-Fotopapier, das es durch die raffinierte Kombination verschiedener „Papier“-Schichten schafft, die Tintentropfen im oberflächlichen Bereich und genau an der aufgetragenen Stelle zu halten. Dadurch erzielen Sie schärfere Details, leuchtende Farben und ein sattes Schwarz

Die Qual der Wahl - welches Fotopapier ist das richtige für mich?

Unter den Foto-Papieren für Tintenstrahldrucker gibt es eine große Auswahl und verschiedene wichtige Kriterien, die Sie beim Kauf berücksichtigen sollten.

a) Papier-Stärke
Wählen Sie die gewünschte Papierstärke - für Fotos sollten Sie mindestens 200g/qm wählen, damit es sich ähnlich fest anfühlt und genauso robust ist wie Fotos aus dem Labor.
Rahmen Sie den Ausdruck aber hinter Glas oder kleben ihn in ein Album ein,  reicht eine geringere Papierstärke.

b) Farbbeständigkeit
Abhängig von der Papieroberfläche „bleichen“ Fotos unterschiedlich schnell aus. Werden Fotos nicht hinter Glas oder in einem Album konserviert, haben z.B. kunststoff-beschichtete Papiere eine bessere Farbbeständigkeit als die nanokeramik-beschichteten Papieren, die durch Ihre poröse Oberfläche mehr Luft (und damit auch tintenverändernde Gase) an die Farbe lassen.


c) glänzende oder mattglänzende Oberfläche
Je nach Geschmack und Anforderung wählen Sie die von Ihnen bevorzugte Oberfläche. Glänzende (glossy) Papiere spiegeln und blenden mehr und sind anfälliger für z.B. Fingerabdrücke. Dafür sehen sie aber teilweise hochwertiger aus.

d) Weißheitsgrad der Oberfläche
Je weißer die Oberfläche, desto bessere Kontraste können erzielt werden.

e) evtl. Eignung für die Verwendung von pigmentierter Tinte
Für Drucker mit pigmentierten Tinten sind nur wenige kunststoffbeschichtete Papiere (beschränkt) geeignet. Hervorragende Resultate werden jedoch mit nanokeramik-Papieren erzielt.

f) Druckgeschwindigkeit
Besitzen Sie einen schnellen Drucker und drucken sehr viel? Kunststoffbeschichtete Papiere können nur langsam bedruckt werden - nanoporöse Papiere vertragen auch hohe Druckgeschwindigkeiten bei dennoch höchster Druckqualität.

Drei grundlegende Papier-Arten

1. Kunstoff-beschichtetes Papier

Kunstoffbeschichtetes Papier

Das Papier besteht aus einem kuststoffbeschichteten Papierkern, der als Oberfläche eine Polymer-Schicht besitzt. Die Polymerschicht fixiert die Tinte auf der Oberfläche. Durch die Kunststoffschicht kann die Farbe nicht in den Papierkern eindringen und verfließt somit nicht. Außerdem wird das Papier durch den Kunststoff wasserbeständiger.

Vorteile:
  • Gute Farbbeständigkeit
  • Die kunststoffbeschichtete Basis des Papiers ist die gleiche wie bei Fotopapieren, die im Labor belichtet werden - somit fühlt sich der Ausdruck auch an wie ein „echtes“ Foto.
  • Feuchtigkeit wellt das Papier nicht
  • relativ knick- und reißfest
Nachteile:
  • niedrige Druckgeschwindigkeit: Die Polymerschicht nimmt die Tinte nur langsam schnell auf, weshalb die Druckgeschwindigkeit reduzeiert werden muß - ansonsten würde die Tinte verwischt.
  • Die oberflächliche Polymerschicht ist nicht sehr wasserbeständig
  • nur bedingt geeignet für Pigmenttinten

2. Nanoporöses (Nanokeramik) Papier

Eine dünne nanoporöse Keramik-Schicht nimmt die Druckertinte auf, die Papier-Basis verleiht Stabilität.

Nanoporöses Papier

Vorteile:
  • Die Tinte wird durch die Kapillarwirkung der Nanokeramik-Schicht sofort aufgenommen und trocken - es kann auch mit hoher Geschwindigkeit gedruckt werden.
  • Auch mit pigmentierten Tinten werden hervorragende Ergebnisse erzielt.
  • sehr hochwertige Oberfläche
  • die Ausdrucke sind sofort wischfest
  • sehr wasserbeständig
  • Durch hohe Papierdichte wirkt das schwere Papier wie echtes Fotopapier
Nachteile:
  • Da die poröse Oberfläche nicht luftdicht abschließt, ist die Tinte stärker den Umwelteinflüssen ausgesetzt - werden die Ausdrucke jedoch laminiert, im Album aufbewahrt oder hinter Glas ausgestellt, weisen Sie die gleiche Farbbeständigkeit auf wie kunststoffbeschichtetes Fotopapier.

3. Einfach beschichtetes Tintenstrahl-Papier

Diese Papiersorte wird meist als Tintenstrahl-Papier bezeichnet.

Beschichtetes Tintenstrahlpapier

Vorteile:
  • schnelles Trocknen der Tinte
  • gute Verträglichkeiten mit nahezu allen Druckertinten (auch pigmentierte Tinte).
Nachteile:
  • Die Oberfläche ist stumpf-matt und es fühlt sich an wie normales Papier - deshalb ist es für das Drucken von Fotos weniger geeignet.
  • Es fehlt auch die nötige Stabilität gegen Knicken und Reißen.
  • Die Ausdrucke sind zudem weniger farbbeständig als bei den Fotopapieren.

TIPS UND TRICKS beim Umgang mit Spezialpapieren

  • Vermeiden Sie es, die Druckseite des Papiers zu berühren. Fingerabdrücke und Kratzer mindern die Druckqualität!
  • Halten Sie die Fotopapiere von starker Hitze und Feuchtigkeit fern.
  • Nach dem Bedrucken sollten Sie die Tinte erst ganz trocknen lassen, bevor Sie Ausdrucke übereinanderlegen
  • Richtige Treibereinstellung wählen: Da die Beschichtung des verwendeten Fotopapiers auch die Farbwiedergabe des Druckers verändert, sollte der Druckertreiber möglichst auf das entsprechende Papier eingestellt sein. Der Treiber wählt dann die passende Farbmischung, Druckgeschwindigkeit und Tintenmenge, die für das Papier optimal ist.
  • Je nach Papier kann die Fotoqualität durch Anpassen von Tintenmenge und Kontrastkurve (im Treiber) verbessert werden.